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Was wollen Sie Ihren zwei Töchtern weitergeben?
HANDKE: Ernsthaftigkeit. Begeisterung. Dass sie erschütterbar sind. Begeisterung ist alles. Dass sie sich nicht schämen für ihre Begeisterung. Dass sie stehen zu dem, was sie lieben. Dass sie es verteidigen und weitergeben. Dass sie Traditionalisten sind, auf eine Weise auch Konservative. Und dass sie nicht zynisch werden. Ironie kann helfen, aber Zynismus nie. Selbstironie behütet auch die eigene Begeisterung. Wenn man zu sich selbst ironisch ist. Und ich will weitergeben, dass man auch zornig werden kann.
Ist Zorn nichts Verwerfliches?
HANDKE: Zorn ist für mich nicht schlecht, manchmal nicht einmal Wut. Ich bin nicht gegen Wut, aber Hass, der Hass ist das Schlimmste. Ich bin sehr bedroht von Ekel. Immer. Seit jeher. Das mag ich nicht an mir.
Wird das besser mit den Jahren?
HANDKE: Nein, mein Gehör wird immer empfindlicher, der Sinn für das Hässliche verstärkt sich, der Unsinn für das Hässliche. Man sieht das Hässliche sofort. Ich weiß, das ist falsch, aber es hilft nichts. Ich kann mir das zehnmal sagen, dass es falsch ist. Manchmal hilft ein Glas Wein.
Was bleibt von einem?
HANDKE: Alles.
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Peter Handke, INTERVIEW: HUBERT PATTERER, STEFAN WINKLER
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(via lukpercevaljournal)
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